1 / 59

Klaus Schlaefer , DKFZ, Heidelberg In Zusammenarbeit mit Brigitte Schlehofer , DKFZ, Heidelberg

Können Handys Hirntumore verursachen ?. Klaus Schlaefer , DKFZ, Heidelberg In Zusammenarbeit mit Brigitte Schlehofer , DKFZ, Heidelberg Joachim Schüz , International Agency for Research on Cancer, Lyon Gabriele Berg , University of Southern Denmark, Esbjerg

Download Presentation

Klaus Schlaefer , DKFZ, Heidelberg In Zusammenarbeit mit Brigitte Schlehofer , DKFZ, Heidelberg

An Image/Link below is provided (as is) to download presentation Download Policy: Content on the Website is provided to you AS IS for your information and personal use and may not be sold / licensed / shared on other websites without getting consent from its author. Content is provided to you AS IS for your information and personal use only. Download presentation by click this link. While downloading, if for some reason you are not able to download a presentation, the publisher may have deleted the file from their server. During download, if you can't get a presentation, the file might be deleted by the publisher.

E N D

Presentation Transcript


  1. Können Handys Hirntumore verursachen? Klaus Schlaefer, DKFZ, Heidelberg In Zusammenarbeit mit Brigitte Schlehofer, DKFZ, Heidelberg Joachim Schüz, International Agency for Research on Cancer, Lyon Gabriele Berg, University of Southern Denmark, Esbjerg Maria Blettner, Universität Mainz

  2. Entwicklung der Teilnehmerzahlen Quelle: Bundesnetzagentur

  3. Frequenzbereich der Handys Quelle: Bayrisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen

  4. Fragestellung Haben elektromagnetische Felder unterhalb der Grenz-werte biologische Wirkungen?

  5. Krankheiten • Mit elektromagnetischen Feldern werden folgenden Erkrankungen in Verbindung gebracht: • Herz-Kreislauf-Erkrankungen • neurodegenerativen Erkrankungen • Krebserkrankungen, insbesondere: • Leukämie • Hirntumoren (Gliom, Meningeom, Akustikusneurinom) • Melanom des Auges • ... und andere

  6. Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen • Speziell der Mobilfunk wird mit gesundheitlichen Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen in Verbindung gebracht. • Berichtet wird über: • Kopfschmerzen • Konzentrationsbeschwerden • Herzrasen • Unruhe • Schlafstörungen • Tinnitus • ... und andere

  7. Untersuchungsmodell • Zelle – in vitro Experimente • Tier – in vivo Experimente (Maus /Ratte) • Mensch – Experimente / Epidemiologische Studien

  8. erkrankt exponiert Fälle(erkrankt) Exponierte nichterkrankt nichtexponiert erkrankt exponiert Nicht-Exponierte Kontrollen(nicht erkrankt) nichterkrankt nichtexponiert Epidemiologische Studientypen Kohortenstudie= prospektive Studie Fall-Kontroll-Studie= retrospektive Studie

  9. Kurzer Exkurs in die Statistik • Das Ergebnis epidemiologischer Studien werden angegebenals • Relatives Risiko (RR) • Odds Ratio (OR) • p-Werte und • 95%-Konfidenzintervalle

  10. Kurzer Exkurs in die Statistik Was bedeutet dies?

  11. Kurzer Exkurs in die Statistik OR (Odds Ratio) = Das Verhältnis zweier Chancen eine Krankheit zu bekommen, wenn eine bestimmte Exposition vorliegt. Die Nicht-Exponierten bilden die Basis Die „1“ ist hierbei der neutrale Wert 2bedeutet eine Verdoppelung, 0,5 eine Halbierung des Risikos

  12. Kurzer Exkurs in die Statistik Konfidenzintervall: Vertrauensbereich p-Wert: Angabe der Wahrscheinlichkeit Alle Studienergebnisse basieren auf statistischen Auswertungen und damit auf einer Wahrscheinlichkeit für das Ergebnis

  13. Kurzer Exkurs in die Statistik Konfidenzintervall p-Wert geben an, wie wahrscheinlich das Ergebnis ist Üblicherweise wird ein Zusammenhang als „richtig“ angenommen, wenn sein p-Wert kleiner als 5% ist, bzw. wenn der neutrale Wert nicht im 95%-KI liegt

  14. Kurzer Exkurs in die Statistik Beispiel: In einem Dorf leben 1000 Menschen, davon 800 mit grünem Haar 200 mit blauem Haar Welche Haarfarbe hat die Mehrheit?

  15. Kurzer Exkurs in die Statistik Ziehen wir nun 1 (kleine) Stichprobe mit 10 Personen (= kleine Studie), dann kann das Ergebnis Grünes Haar oder Blaues Haar sein

  16. Kurzer Exkurs in die Statistik Wenn wir nun 100 Stichproben (= Studien) ziehen mit je 10 Teilnehmern und einem Signifikanzniveau von 5%, dann werden 95 Stichproben uns sagen Grünes Haar aber 5 sagen uns Blaues Haar

  17. Kurzer Exkurs in die Statistik Bei einer Stichprobe mit 500 Teilnehmern wird das Ergebnis ganz klar Grünes Haar sein

  18. Kurzer Exkurs in die Statistik Schlussfolgerung: Verlässliche Ergebnisse in der Epidemiologie liefern entweder eine große Studie oder mehrere kleine, die die gleichen Resultate ergeben

  19. Handynutzung und Hirntumore: Interphone-Studie

  20. Sterblichkeit bei Hirntumoren in Deutschland Quelle: Krebsatlas

  21. Häufigkeit der Hirntumoren Circles indicate rates for those aged 20–39 years, squares indicate rates for those aged 40–59 years, triangles indicate rates for those aged 60–79 years, and a solid line indicates the regression curve. A) Men, glioma. B) Men, meningioma. C) Women, glioma. D) Women, meningioma.

  22. Ziele der Studie Assoziation zwischen Hirntumoren und • Mobiltelefongebrauch • Berufl. Exposition durch elektromagnetische Hochfrequenzfelder (HF-EMF) • Andere berufliche Risiken • Andere HF-EMF-Exposition • Lärm (nur Akustikusneurinom) • Medizinische Vorgeschichte • Ionisierende Strahlen • Spezielle Lebensstilfaktoren • Sozioökonomischer Status • etc..

  23. Deutsche Studiengruppe Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie, und Informatik (IMBEI) Universität Mainz (Koordination) * Department of Biostatistics and Epidemiology Copenhagen Maria Blettner, Joachim Schüz*, Eva Böhler, AG Umwelt-Epidemiologie Deutsches Krebsforschungszentrum, Heidelberg Brigitte Schlehofer, Klaus Schlaefer , Jürgen Wahrendorf Unit of Epidemiology and International Public Health, Universität Bielefeld Gabriele Berg-Beckhoff

  24. Deutsche Studiengruppe Studienteilnehmer: Gliome: 366 Fälle 750 Kontrollen Meningeome: 381 Fälle 785 Kontrollen Akustikusneurinome: 97 Fälle 202 Kontrollen 844 Fälle 1737 Kontrollen

  25. Einschlusskriterien  Alle inzidenten Fälle (Gliom, Meningeom, Akustikusneurinom)  Diagnostiziert zwischen dem 15.10.2000 und 31.10.2003  Diagnosen verifiziert durch Histologie, Biopsie, Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT)  Tumor Lokalisation: cerebral  Alter: 30 –59 (69) Jahre  Deutsch-sprechend  Mindestens 6 Monate pro Jahr in der Studienregion lebend  Proxy Interview möglich

  26. Ergebnisse Deutsche Studiengruppe

  27. Ergebnisse Deutsche Studiengruppe

  28. INTERPHONE-Studie Fälle: 2765 (65%) Gliom 2425 (78%) Meningeom 1121 (82%) Akustikus-Neurinom 109 (75%) Parotistumor Kontrollen: 7658 bevölkerungsrepräsentativ; 1:1 Matching 13 Länder: DeutschlandGroßbritannienFinnland Kanada Japan Italien Israel Dänemark Australien Frankreich Schweden Norwegen Neuseeland

  29. Ergebnisse Jemals- vs Niemals-Nutzer

  30. Ergebnisse Short-Term-Nutzer- vs Niemals-Nutzer

  31. Ergebnisse Conclusion • Our results include not only a disproportionately high number of ORs < 1, but also a small number of elevated ORs. • This could be taken to indicate • an underlying lack of association with mobile phone use, • systematic bias from one or more sources, • a few random but essentially meaningless increased ORs, or • a small effect detectable only in a subset of the data.

  32. Ergebnisse Akustikusneurinome (AKN) Lönn et al. 2004 (Schweden): schwach erhöhtes Risiko für AKNundanalogeHandys Alle Handys: OR = 1,0 allgemein; > 10 Jahre OR = 1,9 Digitale Handys: OR = 0,9 allgemein; > 5 Jahre OR = 1,2 Analoge Handys: OR = 1,6 allgemein; > 10 Jahre OR = 1,8 Alle nicht signifikant

  33. Die Medien … Süddeutsche Zeitung vom 30.1.2007:

  34. … und die (ganze) Wahrheit Diese Meldung beruht auf einem Einzelergebnis aus der Arbeit von Lahkola et al.: Entwicklung eines Glioms bei Handynutzer, die vor 10 Jahren ihr erstesHandy hatten, auf der Seite, auf der das Handy gehalten wurde: OR = 1,39; 95%-KI: 1,01 – 1,92

  35. … und die (ganze) Wahrheit Dieses Ergebnis ist mit Vorsicht zu interpretieren: Das OR für beide Seiten ist 0,95; d.h. das Risiko für die Gegenseite muss dann deutlich darunter liegen. Es beträgt jedoch 0,98 !!! Ferner: Die Berechnung beruht auf 296 Nutzern analoger und nur 16 Nutzern digitaler Handys

  36. … und die (ganze) Wahrheit Ein anderes Einzelergebnisses aus der Arbeit von Lahkola et al.: Entwicklung eines Glioms bei Handynutzer, die seit 10 Jahren ihr Handy regelmäßig nutzen, auf der Seite, auf der das Handy gehalten wurde: OR = 1,14; 95%-KI: 0,76 – 1,72 d.h.: kein erhöhtes Risiko!

  37. … und die (ganze) Wahrheit Die Autoren selbst sagen zu diesem erhöhten Risiko: „...findingsrelatedtoipsilateraluse of mobile phones aredifficulttointerpret ...“ und „Recall bias ... leadingtospuriouslyelevatedrisks.“ Die Autoren selbst sagen zu diesem erhöhten Risiko: „...findings related to ipsilateral use of mobile phones are difficult to interpret ...“ und „Recall bias ... leading to spuriously elevated risks.“

  38. … und was sagen die anderen? Fall-Kontroll-Studien - Hirntumore allgemein Hardell et al. 1999: HT kein Risiko, leichte Seitentendenz bei analogenHandys(Studie mit organisatorischen Schwächen) OR = 2,4; nicht signifikant Hardell et al. 2002: leicht erhöhtes Risiko für HT analogeHandysOR = 1,3 allgemein und OR = 2,5 gleiche Seite; (statistisch signifikant) Hardell et al. 2003: leicht erhöhtes Risiko für HT analogeHandys:OR = 1,4 – 1,5 (statistisch signifikant) Hardell et al. 2005: erhöhtes Risiko für HT analogeHandys:OR bis zu 5,6 (statistisch signifikant) digitaleHandys:OR bis zu 5,2 (statistisch signifikant) Caveat: Die Arbeiten von Hardell werden in der Fachwelt sehr kritisch betrachtet

  39. Grafische Übersicht 1 Risiko für Gliome bei regelmäßiger Kurz- vs. Langzeitnutzung (< / >= 10-Jahre) OR Interphone

  40. Grafische Übersicht 2 Risiko für Gliome bei ipsi- und kontra-lateraler Nutzung OR

  41. Zusammenfassung • Kurze LatenzzeitenGeringe Anzahl an Langzeitnutzern Tumor Progression: nicht klar •  Hohes Risiko: nicht wahrscheinlichaber: Kleines bis moderates Risiko für Langzeitnutzerkann nicht ausgeschlossen werden •  Unterschiede zwischen analogen und digitalen Handys •  Mögliche Risikosteigerung bei analogenHandys, vor allem, wenn Expositionszeitraum ≧ 10 Jahre

  42. Fazit Die bisherigen epidemiologischen Studien lassen keinen Schluss auf eine Beteiligung der Nutzung digitaler Handy auf das Entstehen von Hirntumoren zu. Sie können es allerdings auch nichtsicherausschließen.

  43. Viele offene Fragen .... 1: … carcinogenictohumans; 2A: …. probably …; 2B: possibly …; 3: not classifiable … ; 4: … probably not carcinogenictohumans …

  44. Viele offene Fragen .... • Weitere Forschung ist nötig. • Vor allem bei • Langzeitnutzern (10 Jahre und länger) • Kindern

  45. Ergebnisse Langzeit-Nutzer Dänische Kohortenstudie mit mehr als 350.000 Handy-Nutzern (Expositionserhebung 1990 und 1995): Kein erhöhtes Risiko ! BMJ. 2011 Oct 19;343:d6387. doi: 10.1136/bmj.d6387. Use of mobile phones and risk of brain tumours: update of Danish cohort study. Frei P., Poulsen AH, Johansen C, Olsen JH, Steding-Jessen M, Schüz J. Among those with subscriptions of ≥10 years, ratios were 1.04 (0.85 to 1.26) in men and 1.04 (0.56 to 1.95) in women for glioma and 0.90 (0.57 to 1.42) in men and 0.93 (0.46 to 1.87) in women for meningioma. There was no indication of dose-response relation either by years since first subscription for a mobile phone or by anatomical location of the tumour— that is, in regions of the brain closest to where the handset is usually held to the head.

  46. Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen Die Rolle der Mobilfunkbasis- stationen

  47. Horizontale Ausbreitung Graphik: Joachim Schüz, University of Mainz

  48. Messungen des Landesumweltamtes BaWü Gemessen am Mittwoch, 24. Oktober 2001 / 12:07 Quelle: http://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/40524/

  49. Messungen der Bundesnetzagentur Messpunkte Quelle: http://emf.bundesnetzagentur.de/gisinternet/index.aspx?User=1000&Lang=de

  50. Auswahlkriterien der BNetzA • Die Messorte werden von der Bundesnetzagentur und den Landes-umweltministerien festgelegt. • Die Bundesnetzagentur trifft die Auswahl ihrer Messorte nach den folgenden Kriterien: • Nähe zu ortsfesten Funkanlagen (z.B. Rundfunksender, Betriebsfunkanlagen, Mobilfunkanlagen etc.) •  öffentliche Wege und Plätze, •  Bereiche von besonderem Interesse (z.B. Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser usw.) und •  Messorte an denen bei früheren BNetzA Messungen  eine vergleichsweise  hohe  Ausschöpfung  der Grenzwerte festgestellt wurde • Quelle: http://emf.bundesnetzagentur.de/gisinternet/index.aspx?User=1000&Lang=de

More Related